- Startseite
- Forschung
- AG Kognitive Störungen bei älteren Menschen im Strafvollzug und Maßregelvollzug
- AG Neuropsychologische Änderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen
- AG Neuromodulation
- AG Psychosoziale Interventionen bei neurodegenerativen Erkrankungen
- AG Demenz bei Menschen mit Migrationshintergrund
- AG Demenzprävention
- AG Psychologische Aspekte der Gesundheitskompetenz
- AG Kognitive Störungen bei älteren Menschen im Strafvollzug und Maßregelvollzug
- AG Gesundheitsbezogene Aspekte bei LGBTIQ-Personen
- AG Partizipative Forschung im Bereich Gesundheit
- Forschungslabor CeNDI
- Studienteilnahme
AG Kognition im Strafvollzug und Maßregelvollzug
Kognitive Funktionen bilden eine wesentliche Grundlage für selbstständiges Handeln, soziale Interaktion und die erfolgreiche Bewältigung alltäglicher Anforderungen. Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit inkl. Beeinträchtigungen der sozialen Kognition treten sowohl bei älteren Menschen im Strafvollzug als auch bei Patientinnen und Patienten im Maßregelvollzug häufig auf. Sie können die Teilhabe am Behandlungsprozess erschweren, die soziale Funktionsfähigkeit beeinträchtigen und für den Verlauf psychischer Erkrankungen sowie die Rückfallprävention von Bedeutung sein.
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Erforschung kognitiver und sozial-kognitiver Funktionen im Strafvollzug und Maßregelvollzug. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung neuropsychologischer Leistungsbereiche wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen und sozialer Kognition sowie deren Bedeutung für psychische Erkrankungen, deliktrelevante Faktoren und die psychosoziale Rehabilitation.
Die Forschung umfasst sowohl ältere Menschen im Strafvollzug mit altersassoziierten kognitiven Beeinträchtigungen und Demenzen als auch forensisch untergebrachte Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen, insbesondere Schizophrenien. Die Arbeitsgruppe verbindet neuropsychologische Forschung mit klinischen und versorgungswissenschaftlichen Fragestellungen. Neben der Erfassung von Prävalenz, Risikofaktoren und klinischen Auswirkungen kognitiver Einschränkungen werden geeignete diagnostische Verfahren evaluiert und innovative neuropsychologische Interventionskonzepte wissenschaftlich untersucht.
Aktuelle Projekte
Die Theory of Mind (ToM) beschreibt die Fähigkeit, Gedanken, Gefühle und Absichten anderer Menschen zu erkennen und angemessen zu interpretieren. Sie stellt eine wesentliche Voraussetzung sozialer Interaktion dar und ist bei Menschen mit Schizophrenie häufig beeinträchtigt. Internationale Studien weisen darauf hin, dass Defizite der sozialen Kognition insbesondere in forensischen Populationen mit einem erhöhten Risiko für aggressives und gewalttätiges Verhalten assoziiert sein können.
Ziel der Studie ist die erstmalige systematische Untersuchung der Theory of Mind bei forensisch untergebrachten Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie im deutschsprachigen Maßregelvollzug. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, soziale Kognitionsstörungen besser zu verstehen und spezifische therapeutische Trainingsprogramme zur Verbesserung sozialer Kompetenzen und zur Rückfallprävention zu entwickeln.
Im Rahmen dieser Pilotstudie werden erstmalig die Machbarkeit (Feasibility) sowie die Wirksamkeit eines adaptierten kognitiven Trainingsprogramms (NEUROvitalis) bei forensisch untergebrachten Menschen mit Schizophrenie untersucht. Neben Veränderungen neuropsychologischer Leistungen werden auch affektive Endpunkte und die Akzeptanz des Trainingsprogramms evaluiert. Die Studie soll eine Grundlage für die Entwicklung evidenzbasierter kognitiver Interventionen im Maßregelvollzug schaffen.
Ziel dieses Projekts ist die systematische Zusammenfassung und meta-analytische Auswertung internationaler Studien zur kognitiven Leistungsfähigkeit erwachsener Menschen im Strafvollzug sowie Maßregelvollzug. Berücksichtigt werden Untersuchungen, in denen standardisierte neuropsychologische Testverfahren eingesetzt wurden. Das Review soll einen umfassenden Überblick über Häufigkeit, Art und Ausmaß kognitiver Beeinträchtigungen liefern sowie bestehende Forschungslücken aufzeigen.
Im Rahmen dieser Pilotstudie sollen erstmalig die Feasibility („Machbarkeit“) sowie die Wirksamkeit eines kognitiven Trainingsprogramms (NEUROvitalis; Baller et al., 2020) bei untergebrachten männlichen Straftätern bzw. Straftätern mit Schizophrenie auf kognitive und affektive Endpunkte untersucht werden.
Ziel dieses Reviews ist die systematische Recherche und meta-analytische Aufarbeitung von Studien, die die kognitive Leistungsfähigkeit von erwachsenen Personen im geschlossenen Strafvollzug mittels standardisierter neuropsychologischer Testverfahren erhoben haben.
Publikationen
Verhülsdonk, S., Folkerts, A. K., Hasenberg, C., Bohn, C., Christl, J., Kalbe, E., & Krieger, T. (2024). Cognitive training for older prisoners: a qualitative analysis of prisoners’ and staff members’ perceptions. Frontiers in Aging Neuroscience, 15, 1332136.
Meyer, L., Marschall, T., & Verhülsdonk, S. (2024). Depressive symptoms in older prisoners: Results of two studies. Zeitschrift fur Gerontologie und Geriatrie.
Verhülsdonk, S., Bohn, C., Neyer, N., Supprian, T., Christl, J., Kalbe, E., & Folkerts, A. K. (2023). Training cognition in older male prisoners: lessons learned from a feasibility study. Health & justice, 11(1), 45.
Verhülsdonk, S., Folkerts, A. K., Hufnagel, S., Bohn, C., Hoeft, B., Supprian, T., & Kalbe, E. (2023). Frequency of cognitive impairment in older forensic inpatients: results of a pilot cross-sectional study. The Journal of Forensic Psychiatry & Psychology, 34(1), 37-55.
Verhülsdonk, S., Folkerts, A. K., Dietrich, K., Höft, B., Supprian, T., Jänner, M., & Kalbe, E. (2023). Cognition in older offenders in North Rhine-Westphalia: A comparison of prisoners and patients in forensic psychiatry hospitals. International Journal of Law and Psychiatry, 88, 101892.
Verhülsdonk S. & Hufnagel S. (2023). Demenzdiagnostik in der forensischen Psychiatrie – Häufigkeit kognitiver Einschränkungen und Schwierigkeiten in der Differential-Diagnostik. Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Volume 32, 2023 (1)
Verhülsdonk S: Strafe trotz Demenz; in: Pohlmann S. (Herausgeber): Alter und Devianz. Kohlhammer Verlag (2022)
Team
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Sandra Verhülsdonk
Gerontologin
Abteilung für forensische Pschiatrie, LVR-Klinikum Düsseldorf / Kliniken der Heinrich-Heine-Universität
E-Mail sandra.verhuelsdonk@lvr.de
Priv.-Doz. Dr. Ann-Kristin Folkerts
Gerontologin
E-Mail ann-kristin.folkerts@uk-koeln.de
Prof. a. D. Josef Kessler, Dipl.-Psych.
E-Mail josef.kessler@uk-koeln.de
Prof. Dr. rer. nat. Elke Kalbe
Leiterin der Arbeitsgruppe
E-Mail elke.kalbe@uk-koeln.de