AG Neuropsychologische Änderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen

In dieser AG werden neuropsychologische Änderungen bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen (u.a. Menschen mit Parkinson-Krankheit mit und ohne Tiefe Hirnstimulation oder Multiple Sklerose) sowie im möglichen Prodromalstadium neurodegenerativer Erkrankungen untersucht. Die Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln ist enger Kooperationspartner dieser Arbeitsgruppe. Es werden spezifische neuropsychologische Funktionen, wie z.B. Veränderungen in kognitiven Funktionen (z.B. Exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, Visuo-Kognition) untersucht,<s> </s>sowie Testverfahren für die Diagnostik entwickelt und validiert. Im Fokus stehen auch subjektive kognitive Beeinträchtigungen als Risikofaktor für die Entwicklung objektivierbarer kognitiver Störungen. Darüber hinaus wird der Zusammenhang dieser Funktionen zu Lifestyle-bezogenen Aspekten, z.B. physische Aktivität und geistige Aktivität im Sinne der kognitiven Reserve untersucht. Außerdem wird die bisherige Evidenz dieser Forschungsbereiche in Überblicksarbeiten und Meta-Analysen zusammengefasst.

Auch die Analyse neuropsychiatrischer Symptome bei neurodegenerativen Erkrankungen sowie die Krankheitsbewältigung stellen einen Forschungsschwerpunkt dar. Hierbei stehen insbesondere die Erfassung der Progredienzangst (d.h. die Sorge vor dem Fortschreiten einer chronischen Erkrankung) und deren spezifische Einflussfaktoren im Vordergrund. Projekte, in denen nicht-pharmakologische Interventionen bei Menschen mit Parkinson untersucht werden, finden Sie in der AG Neuromodulation.

Aktuelle Projekte

Kognitive Störungen bei der Parkinson-Krankheit: Die LANDSCAPE-Studie

Unsere Abteilung ist Partner in der vormals vom BMBF geförderten multizentrischen Kohortenstudie „LANDSCAPE“, geleitet vom Universitätsklinikum Marburg. Hier wurden kognitive Störungen bis hin zur Demenz bei über 700 Menschen mit der Parkinson-Krankheit bzw. einer Lewy-Körper-Demenz untersucht. Im Fokus stehen die zeitliche Entwicklung, klinische und physiologische Korrelate, Biomarker und genetische Aspekte kognitiver Störungen. Im Fokus aktueller Datenauswertungen in Köln stehen die Wirkfaktoren der kognitiven Reserve sowie die kognitive Plastizität über den Krankheitsverlauf bei Menschen mit der Parkinson-Krankheit. In abgeschlossenen Arbeiten wurden in einem Kooperationsprojekt zwischen LANDSCAPE und dem Kompetenznetz Demenzen die neuropsychologischen Profile von Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen im Rahmen der Parkinson-Krankheit (PD-MCI) und der Alzheimerschen Erkrankung verglichen. Weiterhin wurde ein neuer CERAD-Plus Gesamtscore mithilfe der Daten der LANDSCAPE-Kohorte entwickelt. Auch wurden Geschlechtseffekte beim Abbau kognitiver Leistungen analysiert. Zuletzt haben dem untersuchen wir mithilfe von psychometrischen Netzwerkanalysen untersucht, wie die verschiedenen kognitiven Funktionen bei Menschen mit der Parkinson-Krankheit miteinander zusammenhängen.

Isolierte REM-Schlaf-Verhaltensstörung

In Kooperation mit der Neurologie der Uniklinik Köln, dem Forschungszentrum Jülich und der Uniklinik Bonn wird das neuropsychologische Profil, die funktionelle Gehirnaktivität, sowie strukturelle Hirnveränderungen bei Personen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung untersucht. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist eine Traumschlafstörung und betroffene Personen haben ein stark erhöhtes Risiko im Krankheitsverlauf eine klinische Parkinson-Symptomatik oder eine andere Alpha-Synucleinopathie zu entwickeln. Aktuelle Projekte stellen das Verständnis subjektiver kognitiver Beeinträchtigungen als frühen Marker objektiver leichter kognitiver Beeinträchtigungen sowie Veränderungen in spezifischen kognitiven Funktionen, z.B. exekutiven Funktionen und visuo-kognitiven Leistungen, in den Fokus. Darüber hinaus wird der Einfluss Lifestyle-bezogener Aspekte über Aktigraphie sowie Fragebögen z.B. zur kognitiven Reserve auf die kognitive Leistungsfähigkeit der Personen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung untersucht.

Progredienzangst bei Menschen mit Parkinson-Krankheit bzw. Multiple Sklerose

Wir gehen der Frage nach, wie stark Menschen mit neurologischen Erkrankungen (aktuell im Fokus: Parkinson-Krankheit und Multiple Sklerose) von Progredienzangst betroffen sind und welche soziodemographischen, klinischen, neuropsychologischen sowie neuropsychiatrischen Parameter das Ausmaß der Sorgen vor dem Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen können.
Weitere Informationen finden Sie hier.

• Digitales gamifiziertes Assessment kognitiver Funktionen (DigAGa-kog)

Das Auftreten leichter kognitiver Störungen gilt als Vorstufe für die Entwicklung einer Demenz und bildet ein kritisches Zeitfenster für Interventionen, um das Fortschreiten kognitiver Beeinträchtigungen zu verzögern. Momentan bedarf die Diagnostik leichter kognitiver Störungen einer analogen neuropsychologischen Testung durch ausgebildetes Personal in einem Fachzentrum. In Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Geriatrie und der Klinik für Neurologie der Charité Berlin, dem Universitätsklinikum Jena, mHealth Pioneers GmbH sowie der Synaptikon GmbH entwickelte unsere Institut Abteilung ein digitales gamification-basiertes kognitives Screening-Instrument (DigAGa-kog) zur Früherkennung und Langzeitverlaufskontrolle kognitiver Beeinträchtigungen, das von Zuhause aus genutzt werden kann. Die Bestimmung des kognitiven Status durch sorgfältig ausgewählte digitale Testverfahren im häuslichen Kontext ermöglicht es, auch mobilitätseingeschränkten Personen oder denen, die fernab von Klinikzentren wohnen, erste Anzeichen einer kognitiven Störungen bzw. Demenz rechtzeitig zu erkennen sowie deren Verlauf zu überwachen. Um die Motivation zur Teilnahme an dieser neuropsychologischen Diagnostik zu steigern, werden gezielt spielerischen Elemente eingesetzt, was zudem die Akzeptanz erhöht und eine effiziente Verlaufskontrolle ermöglicht. Das Screening wird anhand von gesunden sowie von leichten kognitiven Störungen betroffenen Personen normiert und validiert, um eine zielführende Anwendung in Klinik und Forschung zu gewährleisten.

Publikationen

2026

Scharfenberg, D., Kalbe, E., Ophey, A., Balzer-Geldsetzer, M., Berg, D., Hilker-Roggendorf, R., Kassubek, J., Liepelt-Scarfone, I., Mollenhauer, B., Reetz, K., Riedel, O., Roeske, S., Schulz, J. B., Storch, A., Trenkwalder, C., Witt, K., Dodel, R., & Deserno, M. K. (2026). Temporal dynamics of cognitive functioning in people with Parkinson's disease. NPJ Parkinson'sdisease12(1), 86. https://doi.org/10.1038/s41531-026-01338-3

Scharfenberg, D., Ophey, A., Lessmann, A., Folkerts, A. K., Kromke, K., Stahl, J., & Kalbe, E. (2026). Understanding Cognitive Domains in Parkinson's Disease: A Scoping Review of Empirical Studies. Neuropsychology review, 10.1007/s11065-025-09691-5. Advance online publication. doi.org/10.1007/s11065-025-09691-5

2025

Ophey, A., Röttgen, S., Doppler, C. E. J., Scharfenberg, D., Kufer, K., Farrher, E., Fink, G. R., Sommerauer, M., & Kalbe, E. (2025). Subjective cognitive decline in individuals with isolated REM sleep behavior disorder. NPJ Parkinson'sdisease11(1), 287. doi.org/10.1038/s41531-025-01161-2

Ophey, A., Vinod, V., Röttgen, S., Scharfenberg, D., Fink, G. R., Sommerauer, M., Kalbe, E., Maetzler, W., & Hansen, C. (2025). Accelerometry-derived features of physical activity, sleep and circadian rhythm relate to non-motor symptoms in individuals with isolated REM sleep behavior disorder. Journal ofneurology272(3), 201. https://doi.org/10.1007/s00415-025-12931-6

Scharfenberg, D., Kalbe, E., Balzer-Geldsetzer, M., Berg, D., Hilker-Roggendorf, R., Kassubek, J., Liepelt-Scarfone, I., Mollenhauer, B., Reetz, K., Riedel, O., Roeske, S., Schulz, J. B., Storch, A., Trenkwalder, C., Witt, K., Wittchen, H. U., Dodel, R., & Ophey, A. (2025). A network perspective on cognition in individuals with Parkinson's disease. Alzheimer's & dementia (Amsterdam, Netherlands)17(1), e70091. https://doi.org/10.1002/dad2.70091

2024

Bode, M., Kalbe, E., & Liepelt-Scarfone, I. (2024). Cognition and Activity of Daily Living Function in people with Parkinson's disease. Journal of Neural Transmission. doi.org/10.1007/s00702-024-02796-w

Hildesheim, F. E., Ophey, A., Zumbansen, A., Funck, T., Schuster, T., Jamison, K. W., Kuceyeski, A., & Thiel, A. (2024). Predicting Language Function Post-Stroke: A Model-Based Structural Connectivity Approach. Neurorehabilitation and Neural Repair, 38(6), 447–459. doi.org/10.1177/15459683241245410

Kalbe, E., Folkerts, A. K., Witt, K., Buhmann, C., Liepelt-Scarfone, I. (2024). German guidelines for the diagnosis and treatment of cognitive impairment and affective disorders in people with Parkinson´s disease: new spotlights on diagnostic procedures and non-pharmacological interventions. Journal of Neurology. doi.org/10.1007/s00415-024-12503-0

Nielsen, J., Görtz, S., Aschermann, E., Saliger, J., Hennecken, E., Eschweiler, M., Karbe, H., Kalbe, E., Folkerts, A. K. (2024). Exploring humor as a coping factor against depressive mood and fear of progression in people with multiple sclerosis with moderate disability: A cross-sectional analysis of a rehabilitation cohort. Multiple Sclerosis and Related Disorders. doi: 10.1016/j.msard.2024.105906

Ophey, A., Wirtz, K., Wolfsgruber, S., Balzer-Geldsetzer, M., Berg, D., Hilker-Roggendorf, R., Kassubek, J., Liepelt-Scarfone, I., Becker, S., Mollenhauer, B., Reetz, K., Riedel, O., Schulz, J. B., Storch, A., Trenkwalder, C., Witt, K., Wittchen, H. U., Dodel, R., Roeske, S., & Kalbe, E. (2024). Mid- and late-life lifestyle activities as main drivers of general and domain-specific cognitive reserve in individuals with Parkinson's disease: cross-sectional and longitudinal evidence from the LANDSCAPE study. Journal of Neurology, 271(8), 5411–5424. doi.org/10.1007/s00415-024-12484-0

Zapf, A. C., Olgemöller, P. M., Gollan, R., Kalbe, E., & Folkerts, A. K. (2024). Possible improvement of social adjustment after subthalamic deep brain stimulation in people with Parkinson's disease? A systematic review and meta-analysis. Journal of neural transmission (Vienna, Austria : 1996), 10.1007/s00702-024-02787-x. Advance online publication. doi.org/10.1007/s00702-024-02787-x

2023

Grycuk, E., Eichenholtz, E., Aarsland, D., Betzhold, S., Daly, G., Folkerts, A. K., Kalbe, E., Kane, J. P., Kinchin, I., Saldanha, I., Smith, V., Taylor, J. P., Thompson, R., Leroi, I. (2023). Developing a core outcome set (COS) for Dementia with Lewy bodies (DLB). HRB Open Research, 5, 57. doi.org/10.12688/hrbopenres.13590.1

Ophey, A., Brijoux, T., Conrad, A., Folkerts, A. K., Zank, S., & Kalbe, E. (2023). Cognition in People Aged 80 Years and Older: Determinants and Predictors of Change from a Population-Based Representative Study in Germany. The Journal of Frailty & Aging, 1-9. doi.org/10.14283/jfa.2023.20

Ophey, A., Farrher, E., Pagel, N., Seger, A., Doppler, C. E., Shah, N. J., ... & Sommerauer, M. (2023). Visuo‐spatial processing is linked to cortical glutamate dynamics in Parkinson's disease—a 7‐T functional magnetic resonance spectroscopy study. European Journal of Neurology. doi.org/10.1111/ene.15818

Scheffels, J. F., Ballasch, I., Scheichel, N., Voracek, M., Kalbe, E., & Kessler, J. (2023). The Influence of Age, Gender and Education on Neuropsychological Test Scores: Updated Clinical Norms for Five Widely Used Cognitive Assessments. Journal of clinical medicine, 12(16), 5170. doi.org/10.3390/jcm12165170

Seger, A., Ophey, A., Doppler, C. E. J., Kickartz, J., Lindner, M. S., Hommelsen, M., Fink, G. R., & Sommerauer, M. (2023). Clinical subtypes in patients with isolated REM sleep behaviour disorder. NPJ Parkinson's disease, 9(1), 155. doi.org/10.1038/s41531-023-00598-7

Seger, A., Ophey, A., Heitzmann, W., Doppler, C. E. J., Lindner, M. S., Brune, C., Kickartz, J., Dafsari, H. S., Oertel, W. H., Fink, G. R., Jost, S. T., & Sommerauer, M. (2023). Evaluation of a Structured Screening Assessment to Detect Isolated Rapid Eye Movement Sleep Behavior Disorder. Movement Disorders, 38(6), 990–999. doi.org/10.1002/mds.29389

Weinrich, J., Saliger, J., Eschweiler, M., Karbe, H., Kalbe, E., & Nielsen, J. (2023). The relationship between diurnal measures of tonic alertness and self-reported fatigue in persons with multiple sclerosis - a retrospective data analysis. Archives of Clinical Neuropsychology, 38(8), 1610–1622. doi:org/10.1093/arclin/acad040

2022

Folkerts, A. K., Haarmann, L., Nielsen, J., Saliger, J., Eschweiler, M., Karbe, H., … & Kalbe, E. (2022). Fear of progression is determined by anxiety and self-efficacy but not disease-specific parameters in patients with Parkinson’s disease: preliminary data from a multicenter cross-sectional study. Journal of Parkinson’s disease, 12(8), 2543-2553. doi.org/10.3233/JPD-223314.

Haarmann, L., Kalbe, E., Lewis, C. J., Eggers, C., Kühn, A. A., Krug, H., ... & Maier, F. (2022). The Deep Brain Stimulation Impairment Scale: A useful complement in assessment of well-being and functioning in DBS-patients–Results from a large multicentre survey in patients with Parkinson's disease. Parkinsonism & Related Disorders, 99, 8-15. doi.org/10.1016/j.parkreldis.2022.04.008

Liebermann-Jordanidis, H., Roheger, M., Boosfeld, L., Franklin, J., & Kalbe, E. (2022). Which Test Is the Best to Assess Visuo-Cognitive Impairment in Patients with Parkinson’s Disease with Mild Cognitive Impairment and Dementia? A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Parkinson's Disease, (Preprint), 1-34. doi.org/10.3233/JPD-223238

Liepelt-Scarfone, I., Ophey, A., & Kalbe, E. (2022). Cognition in prodromal Parkinson’s disease. Progress in Brain Research, 269(1), 93-111. doi.org/10.1016/bs.pbr.2022.01.003

Nielsen, J., Saliger, J., Folkerts, A-K., Eschweiler, M., Sayn-Reutelsterz, C., Kalbe, E., & Karbe, K. (2022). The Role of Wisdom and Self-management Skills for Coping with Fear of Progression among Patients with Multiple Sclerosis with moderate disability: Results from a Cross-sectional Study. Journal of Affective Disorders Reports, 8:e100311. doi.org/10.1016/j.jadr.2022.100311

Ophey, A., Krohm, F., Kalbe, E., Greuel, A., Drzezga, A., Tittgemeyer, M., … & Maier, F. (2022). Neural correlates and predictors of subjective cognitive decline in patients with Parkinson’s disease. Neurological Sciences, 43(5), 3153-3163. doi.org/10.1007/s10072-021-05734-w

Team

Priv.-Doz. Dr. Ann Kristin Folkerts
Gerontologin
E-Mail ann-kristin.folkerts@uk-koeln.de

Dr. Anja Ophey, M. Sc.
Psychologin
E-Mail anja.ophey@uk-koeln.de

Daniel Scharfenberg, M. Sc.
Psychologe
E-Mail daniel.scharfenberg@uk-koeln.de

Lilli Ahrenberg, M. Sc.
Psychologin
E-Mail lilli.ahrenberg@uk-koeln.de

Prof. a. D. Josef Kessler, Dipl.-Psych.
E-Mail josef.kessler@uk-koeln.de

Prof. Dr. rer. nat. Elke Kalbe
Leiterin der Arbeitsgruppe
E-Mail elke.kalbe@uk-koeln.de