- AG Neuropsychologische Änderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen
- AG Neuromodulation
- AG Psychosoziale Interventionen bei neurodegenerativen Erkrankungen
- AG Demenz bei Menschen mit Migrationshintergrund
- AG Demenzprävention
- AG Psychologische Aspekte der Gesundheitskompetenz
- AG Kognitive Störungen bei älteren Menschen im Strafvollzug und Maßregelvollzug
- AG Gesundheitsbezogene Aspekte bei LGBTIQ-Personen
- AG Partizipative Forschung im Bereich Gesundheit
- Forschungslabor CeNDI
- Studienteilnahme
AG Neuromodulation – Effekte und Mechanismen nicht-medikamentöser Interventionen zum Erhalt geistiger Funktionen im Alter
In dieser AG werden nicht-medikamentöse Interventionen für Personen auf dem Spektrum vom gesunden Alterungsprozess bis hin zu neurodegenerativen Erkrankungen mit unterschiedlichen geistigen Funktionsniveaus (d.h. mit altersgemäßen kognitiven Leistungen, mit leichten kognitiven Störungen und mit Demenz) zur Prävention bzw. zur Therapie kognitiver Störungen entwickelt und ihre Wirksamkeit überprüft. Schwerpunkte sind hierbei kognitive Interventionen (z.B. kognitives Training, kognitive Stimulation) und Multidomänen-Interventionen (z.B. kognitives Training, körperliches Training, Ernährungsberatung, Schlafberatung). Zur Erfassung zugrundeliegender Wirkmechanismen dieser Interventionen werden auch Effekte auf neuronale Netzwerke, z.B. gemessen mit struktureller und funktioneller Magnetresonanztomographie (MRT) erfasst. Zu den nicht-pharmakologischen Interventionen bei gesunden Älteren und bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen werden darüber hinaus systematische Überblicksarbeiten mit Meta-Analysen erarbeitet.
Ein weiterer Fokus in Primärstudien sowie systematischen Überblicksarbeiten und Meta-Analysen stellt die prognostische Forschung im Sinne der Analyse von Determinanten des Interventionserfolgs dar. Statt die Frage zu stellen „hilft eine Intervention?“ (auf Gruppenebene), werden hier demographische, (neuro-)psychologische, (neuro-)biologische bzw. genetische Determinanten des Interventionserfolgs auf individueller Ebene untersucht. Ziel ist es nicht nur die Wirkmechanismen besser zu verstehen, sondern perspektivisch zu einer personalisierten, „stratifizierten“ neuropsychologischen Therapie beizutragen.
Aktuelle Projekte
Kognitive Interventionen
2021 startete das von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz geförderte Projekt “Kognitive Stimulation in der stationären Langzeitpflege: Entwicklung und Pilotierung eines 24-Stunden Ansatzes im Rahmen einer Mixed-Methods-Studie, welches gemeinsam mit dem Institut für Pflegewissenschaft der Uniklinik Köln umgesetzt wird. Hauptziel ist es, ein von Pflege- und/oder Betreuungspersonen im stationären Pflegealltag anwendbares kognitives Stimulationskonzept im Sinne eines 24/7-Ansatzes zu entwickeln und zu erproben. Durch dieses kognitive Stimulationskonzept soll eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Stabilisierung der kognitiven Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner erreicht werden. Seit 2025 erfolgt die Ausreifung und Durchführung einer Cluster-randomisierten kontrollierten Studie, welche von der Alzheimer Forschung Initiative (AFI e.V.) gefördert wird. Das Projekt wird partizipativ durch Co-Forschende begleitet.
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In einer proof-of-concept Studie wird die Machbarkeit eines kognitiven Stimulationsprogramms, das von den Angehörigen von Menschen mit Parkinson-Demenz im häuslichen Setting angewendet wird, untersucht. Weiteres Studienzentrum ist Kiel. Das Projekt wird gefördert durch die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) e.V.
Die Wirksamkeit von kognitiver Stimulation, eine Kombination aus unter anderem Biographiearbeit, kognitiven, Sinnes- und Entspannungsübungen sowie körperliche Aktivität und Musik-/Kunsttherapie, für Menschen mit Demenz auf z. B. die globalen kognitiven Fähigkeiten und die Lebensqualität konnte bereits in einer Vielzahl von Studien dargelegt werden. Unklar ist allerdings, ob die Wirkung kognitiver Stimulation geschlechtsspezifische Unterschiede aufweist.
Im Projekt D-CMART werden in einer systematischen Übersichtsarbeit daher relevante Studienartikel gesucht und auf ihre Angaben zu Geschlechtereffekten untersucht. Außerdem sollen aggregierte Daten der Originalstudien zusammengeführt werden, um ggf. selbst Berechnungen zu Geschlechterunterschieden zwischen Frauen und Männern durchführen zu können.
Ziel des Projektes ist es, Hinweise zur geschlechterspezifischen Anpassung kognitiver Stimulation für die Praxis geben zu können und zu identifizieren, inwieweit in der Forschung das tatsächliche Geschlechterverhältnis bei Menschen mit Demenz berücksichtigt wird. Das Projekt wird partizipativ durch Co-Forschende begleitet.
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In Kooperation mit dem Trainings-Anbieter NeuroNation für kognitives Training und der Charité – Universitätsmedizin Berlin wurden die Effekte eines 12-wöchigen kognitiven Trainings über die App NeuroNationMED, welche kürzlich als Digitale Gesundheitsanwendung zertifiziert wurde, auf die kognitiven Leistungen und die Lebensqualität von Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen, z.B. im Rahmen der Alzheimer-Krankheit, der Parkinson-Krankheit, Long COVID, oder Multipler Sklerose untersucht. In Sekundäranalysen untersuchen wir die zugrundeliegenden neuropsychologischen Mechanismen des Trainings zum Beispiel mit psychometrischen Netzwerkanalysen.
In Kooperation mit der Neurologie der Uniklinik Köln soll ein 5-wöchiges digitales kognitives Training hinsichtlich der Eignung („Feasibility“) und Wirksamkeit auf die geistige Leistungsfähigkeit und bestimmte klinische Aspekte, z.B. Stimmung und Lebensqualität, untersucht werden. Zielgruppe sind Patientinnen und Patienten in einem eher fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit. Ebenso sollen mögliche soziodemographische, klinische und (neuro-)psychologische Determinanten für das Ansprechen auf das kognitive Training identifiziert werden. Gefördert wird das Projekt durch STADAPHARM GmbH.
In Kooperation mit der Neurologie der Uniklinik Köln, dem Forschungszentrum Jülich und der Uniklinik Bonn werden die Effekte und Mechanismen eines digitalen kognitiven Trainings bei Personen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung untersucht. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist eine Traumschlafstörung, und betroffene Personen haben ein stark erhöhtes Risiko im Krankheitsverlauf eine klinische Parkinson-Symptomatik zu entwickeln. Interventionen in diesem frühen Krankheitsstadium können potentiell langfristig zur Prävention kognitiver Störungen beitragen. Eine Besonderheit der Studie besteht in der multimodalen Datenerhebung, welche neuropsychologische Untersuchungen, ebenso wie strukturelle und funktionelle Magnetresonanztomographie, sowie Aktigraphie umfasst.
Zum einen werden Analysen zu Prädiktoren des Ansprechens auf kognitives Training mit bestehenden Trainingsdatensätzen der Abteilung sowie Kooperationen mit Anbieterinnen und Anbietern digitaler kognitiver Trainings durchgeführt. Im Fokus stehen dabei demografische, klinische, kognitive, bildgebungs-basierte, sowie Lifestyle-bezogene Prädiktoren. Zum anderen werden Netzwerkanalysen neuropsychologischer Testdaten genutzt, um zu verstehen, wie kognitive Trainings auf das komplexe Zusammenspiel kognitiver Funktionen wirken.
In Kooperation mit der Klinik für Neurologie werden die Effekte und Mechanismen eines digitalen kognitiven Trainings bei Menschen mit Parkinson im frühen postoperativen Setting nach subthalamischer Tiefer Hirnstimulation (STN-DBS) untersucht. STN-DBS geht mit einer erhöhten Vulnerabilität zur Entwicklung kognitiver Verschlechterungen vor allem im Bereich exekutiver Funktionen wie der Wortflüssigkeit einher. Neben der Wirksamkeit des Trainings zur Verbesserung oder Stabilisierung der kognitiven Leistungsfähigkeit, insbesondere der Wortflüssigkeit, sollen Machbarkeit und Akzeptanz des Trainings im häuslichen Setting untersucht werden. Sekundär wird geprüft, ob sich Trainingseffekte auch auf funktionelle und patientenberichtete Endpunkte auswirken, insbesondere auf subjektive kognitive Beschwerden, gesundheitsbezogene Lebensqualität und nicht-motorische Symptome.
Multidomänen-Interventionen
In einer multizentrischen Feasibility-Studie werden die Machbarkeit, Durchführbarkeit und erste Hinweise auf die klinische Wirksamkeit einer multidimensionalen Lebensstil-Intervention für Menschen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung und Menschen in einem frühen Stadium der Parkinson-Krankheit untersucht. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist eine Traumschlafstörung, und betroffene Personen haben ein stark erhöhtes Risiko im Krankheitsverlauf eine klinische Parkinson-Symptomatik zu entwickeln. Ziel ist die Sekundärprävention der Parkinson-Krankheit bzw. die Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung. Am Standort Köln sind wir verantwortlich für das Modul „Kognition“, in dem ein digitales kognitives Training sowie Assessments der Kognition durchgeführt werden. Koordiniert wird das Projekt von PD Dr. Eva Schäffer & Prof. Dr. Daniela Berg am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Die Studie wird im Rahmen der Leuchtturm-Projekte durch die Parkinson Stiftung zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. gefördert.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) wird ein systematisches Review zu gesundheitsökonomischen Analysen nicht-medikamentöser und nicht-chirurgischer Interventionen für Menschen mit Morbus Parkinson erstellt.
Publikationen
Kalbe, E., & Schaeffer, E. (2026). Lifestyle interventions for Parkinson's disease. The Lancet. Neurology, 25(4), 336. https://doi.org/10.1016/S1474-4422(26)00077-3
Ophey, A., Röttgen, S., Kufer, K., Pauquet, J., Scharfenberg, D., Armbrust, P., Kammerzell, A., Knopf, N., Kollath, S., Sommer, P., Doppler, C. E. J., Farrher, E., Seger, A., Shah, N. J., Zopfs, D., Reetz, K., Fink, G. R., Sommerauer, M., & Kalbe, E. (2026, accepted). Cognitive training and promoting a healthy lifestyle in isolated REM sleep behavior disorder: The randomized controlled trial CogTrAiL-RBD. Alzheimer’s & Dementia.
Guicheteau, J., Seven, Ü. S., Boes, J., Monsef, I., Köpke, S., Folkerts, A. K., Doffiné, J., Kalbe, E., & Dichter, M. N. (2025). Characteristics of complex non-pharmacological interventions for cognitive stimulation in people with mild to moderate dementia in nursing homes: A systematic review. Geriatric nursing (New York, N.Y.), 66(Pt A), 103586. https://doi.org/10.1016/j.gerinurse.2025.103586
Olgemöller, P. M., Kalbe, E., van der Linden, C., Barbe, M. T., Hellmich, M., & Folkerts, A. K. (2025). Computerized cognitive training vs. care as usual to strengthen cognitive, motor, and (neuro)psychological outcomes in people with advanced Parkinson's disease (TrainParC-Advanced): study protocol of a randomized controlled trial. Trials, 27(1), 76. https://doi.org/10.1186/s13063-025-09330-7
Chakraverty, D., Roheger, M., Dresen, A., Krohm, F., Klingelhöfer, J., Ernst, M., Eggers, C., Skoetz, N., Kalbe, E., Folkerts, A. K. (2024). "There is only one motive … fun." Perspectives of participants and providers of physical exercise for people with Parkinson's disease. Disability & Rehabilitation, 1-10. https://doi.org/10.1080/09638288.2024.2310754
Ferizaj, D., Stamm, O., Perotti, L., Martin, E. M., Ophey, A., Rekers, S., Scharfenberg, D., Oelgeschläger, T., Barcatta, K., Seiler, S., Funk, J., Benoy, C., Finke, C., Kalbe, E., Finke, K., & Heimann-Steinert, A. (2024). Effectiveness of a mobile application for independent computerized cognitive training in patients with mild cognitive impairment: study protocol for the NeNaE Study, a randomized controlled trial. Trials, 25(1), 444. https://doi.org/10.1186/s13063-024-08277-5
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Guicheteau, J., Köpke, S., Seven, Ü. S., Folkerts, A. K., Kalbe, E., & Dichter, M. N. (2024). Attitudes of Nursing Home Managers Regarding Cognitively Stimulating Activities in People With Dementia: A Multicentre Cross-Sectional Study. International journal of older people nursing, 19(5), e12645. https://doi.org/10.1111/opn.12645
Giehl, K., Theis, H., Ophey, A., Hammes, J., Reker, P., Eggers, C., Fink, G. R., Kalbe, E., & van Eimeren, T. (2024). Working Memory Training Responsiveness in Parkinson's Disease Is Not Determined by Cortical Thickness or White Matter Lesions. Journal of Parkinson's disease, 14(2), 347–351. https://doi.org/10.3233/JPD-230367
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Ophey, A., Röttgen, S., Pauquet, J., Weiß, K. L., Scharfenberg, D., Doppler, C. E. J., Seger, A., Hansen, C., Fink, G. R., Sommerauer, M., & Kalbe, E. (2024). Cognitive training and promoting a healthy lifestyle for individuals with isolated REM sleep behavior disorder: study protocol of the delayed-start randomized controlled trial CogTrAiL-RBD. Trials, 25(1), 428. https://doi.org/10.1186/s13063-024-08265-9
Schröder, V. E., Skrozic, A., Erz, D., Kaysen, A., Fritz, J. V., Loureiro, J. M., McIntyre, D., Pauly, L., Kemp, J., Schmitz, S. K., Wagner, S., Reyes, M., Soare, R., Satagopam, V., Vega, C., Gawron, P., Roomp, K., Conde, P. M., Klucken, J., Köhler, S., … Krüger, R. (2024). Programme Dementia Prevention (pdp): A Nationwide Program for Personalized Prevention in Luxembourg. Journal of Alzheimer's disease : JAD, 97(2), 791–804. https://doi.org/10.3233/JAD-230794
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Eschweiler, M., Bohr, L., Kessler, J., Fink, G. R., Kalbe, E., & Onur, O. A. (2021). Combined cognitive and motor training improves the outcome in the early phase after stroke and prevents a decline of executive functions: A pilot study. NeuroRehabilitation, 1-12. https:// 10.3233/NRE-201583
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Roheger, M., Liebermann-Jordanidis, H., Krohm, F., Adams, A., & Kalbe, E. (2021). Prognostic factors and models for changes in cognitive performance after multi-domain cognitive training in healthy older adults: a systematic review. Frontiers in Human Neuroscience, 15. 10.3389/fnhum.2021.636355
Schmidt, N., Tödt, I., Berg, D., Schlenstedt, C., Folkerts, A.-K., Ophey, A., … Kalbe, E. & Witt, K. (2021). Memory enhancement by multidomain group cognitive training in patients with Parkinson’s Disease and mild cognitive impairment: Long-term effects of a multicenter randomized controlled trial. Journal of Neurology. https://doi.org/10.1007/s00415-021-10568-9
Team
Dr. Anja Ophey
Priv.-Doz. Dr. Ann KristinFolkerts
Daniel Scharfenberg, M.Sc.
Paulina Olgemöller, M.Sc.
Romina Gollan, M.Sc.
Prof. Dr. a.D. Josef Kessler
Prof. Dr. rer. nat. Elke Kalbe