Daniel Scharfenberg, Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Medizinische Psychologie | Neuropsychologie & Gender Studies an der Uniklinik Köln, ist im Rahmen der 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie e.V. (GNP) mit dem Förderpreis 2026 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit einem Reisestipendium in Höhe von 1.250 Euro dotiert. Gewürdigt wurde seine kumulative Dissertation mit dem Titel „Evaluation of cognitive domains in people with Parkinson's disease - A network approach“.
In seiner Arbeit setzt sich Daniel Scharfenberg kritisch mit dem Konzept kognitiver Domänen bei der Parkinson-Krankheit auseinander. Dabei werden kognitive Funktionen und die zugehörigen Messverfahren kategorial in Funktionsbereiche eingeteilt. Er zeigt auf, dass sich diese Einteilungen je nach Leitlinie konzeptuell unterscheiden können und statistischen Überprüfungen oft nicht standhalten. Seine Auswertungen legen nahe, kognitive Fähigkeiten eher als ein komplexes System beziehungsweise Netzwerk zu verstehen anstatt als abgetrennte Funktionsbereiche. Mithilfe von Netzwerkanalysen auf Grundlage längsschnittlicher Daten lassen sich zudem Parkinson-spezifische Mechanismen identifizieren. Die Reflexion der gängigen Praxis hat praktische Konsequenzen für die Genauigkeit und Zuverlässigkeit kognitiver Messungen bei Menschen mit Parkinson und damit für deren Versorgung.
